Aristoteles, Lamarck & the human Centipede – Die heilige Dreibeinigkeit menschlicher Existenz

(erster Text seit langem – und neue Kategorie: vulgärphilosophisches)

 

Vorab bitte ich einen Teil der Leserschaft sämtliche Witze zum Thema drittes Bein einmal aus den Gedanken zu streichen – ganz so vulgär soll es dann doch nicht zugehen. Vielmehr geht es darum, dass der Mensch sich als bis-zu-zwei-beiniges-Lebewesen wahrnimmt und davon zumindest im metaphorischen Sinne Abstand nehmen sollte, dies aber mit etwas „Glück“ im Laufe seines Lebens ganz natürlich geschehen lassen kann.

Ausgangspunkt ist die Idee der Entelechie (-> Aristoteles), also dem Postulat, dass allem Leben ein Sinn gegeben ist, zu welchem eben dieses Leben natürlich strebt und aus diesem Streben seine Kraft bezieht. Kurz: früher oder später folgen wir unserer Bestimmung. Mit dem Begriff „Bestimmung“ wird hier natürlich plötzlich ein ganz großer Ball (lies: brennende Kettensäge) jongliert, nach dem so ziemlich jede Religion, Sekte, Staatsform und Marketingagentur zu greifen versucht. Wir bleiben hier aber mal für den Moment bei Aristoteles und landen quasi wenige kryptische Formulierungen später bei dem Begriff Eudaimonia. Ohne hier nun die gesamte Begriffsgeschichte quer durch die griechische Antike auszubreiten, sei der Begriff an dieser Stelle mit dem verknappenden „Glückseligkeit“ übersetzt. Hinzugefügt werden muss, dass Eudaimonia wichtige Säule der Ethik und der Staatsphilosophie der alten Griechen war. Alles zusammengezogen (keine Sorge: der Artikel wird noch vulgär und mit dem altgriechisch Unterricht sind wir gleich durch) wohnt also jedem Lebewesen ein Sinn inne, den es von sich selbst aus entfalten kann und der sowohl individuell aber auch kollektiv (-> Zusammenhang Glückseligkeit und Staatsphilosophie) in den Zustand der Vollkommenheit, der Glückseligkeit münden kann und soll.

Spulen wir nun in die Moderne: keine Philosophen, kaum Spiritualität oder Religion (todesgeile Spinner zählen nicht) und wir haben einen Haufen Menschen, die ziellos auf ihren bis zu zwei Beinen durch die Gegen stolpern und von Sinn und Ziel ihrer Existenz gedanklich möglichst viel Abstand eingenommen haben. (Wer eine Verschnaufpause braucht guckt jetzt ein paar „Walking while texting“ Failvideos bei Youtube)

Wie sollte es auch anders sein? Für den Normalbürger ist die Definition Mensch etwa bei „zweibeiniges Lebewesen mit Augen, Ohren, Nase und Mund“ beendet. Und während der Hobby-Philosoph händereibend „Und was ist, wenn Du bei einem Unfall ein Bein verlierst?“ in den Diskurs wirft, leistet der Vollblut-Philosoph oben in seinem Elfenbeinturm echte Knochenarbeit bei der Frage nach dem Sein des Menschen und stirbt unterwegs irgendwann an einem Herzinfarkt.

Woher kommt das? Im Rahmen unserer Sozialisation werden uns eigentlich nur zwei Dinge als wichtig mitgegeben: „such Dir Arbeit“ und „gründe ‚ne Familie“. Zwei Standbeine der menschlichen Existenz für unsere durchschnittlich 80,89 Erdenjahre. Geil. Das eine Bein mit der Familie können wir inzwischen auch einfach weglassen – mit Tinder&Co bekommt die Libido so viele neue Standbeine wie sie möchte (Dreibeinwitze bitte erneut aus dem Kopf streichen) und langfristige Beziehungen arten halt immer in Stress aus. Völlig nebenbei stimmt hier auch der Sprachgebrauch zu: ein „zweites Standbein“ brauchen wir eigentlich nur beruflich, weil der aktuelle Sinn unseres Daseins nun mal die Arbeit ist und Arbeitsplätze nun mal unsicher.

Und da wundert sich einer, warum viele Rentner als Hilfssheriffs „arbeiten“ und Parksünder aufschreiben.

So, also hüpfen die einbeinigen Arbeiter-Menschen sich-auf-die-Schulter-klopfend an den keinbeinigen Arbeitslosen (wir erinnern uns: „abgehängtes Prekariat“) vorbei -und wer nicht schnell genug von einem Bein aufs andere hüpft wird auch irgendwann auf die Fresse fallen. Und wie die Analogie des „von einem Bein aufs andere hüpfen“ schon nahelegt: alle stehen nur Schlange vor der gewaltigen Klospülung des Lebens. Dann doch lieber das fliegende Spaghetti-Monster.

Wer überzeugt in dieser Schlange ansteht braucht eigentlich nicht weiter zu lesen – entweder holt die Entelechie ihn/sie doch noch ein, oder die einzige Hoffnung ist es auf diesem Weg als eine Art humanoider Urinstein wenigstens ein paar Spuren zu hinterlassen.

Wie sieht denn aber nun die „Lösung“ aus?

Mehr als ein Bein, bzw. besser: mehr als zwei Beine wachsen lassen. Bis zu einem gewissen Grad gilt sogar „Je mehr Beine, desto besser“ – irgendwer oder irgendwas tritt immer mal ein oder zwei Beine weg.

Das ist natürlich nicht physiologisch gemeint (wer kann und will darf aber natürlich), sondern metaphysisch (wer jetzt schon wieder zu Wikipedia muss: jenseits reiner körperlicher Existenz).

Und zu diesem spontanen Wachstum sind wir ganz Lamarckistisch vollkommen und fast jederzeit in der Lage. Bevor jetzt der Kenner einwirft „Aber Lamarck hat doch was ganz anderes gesagt“. Ja. Ich weiß. Aber wenn wir der Kommunikationsforschung, der Sprachwissenschaft oder ganz einfach (spätestens) der zweiten Seite in jedem x-beliebigen Internetforum Glauben schenken, dann ist die Botschaft ziemlich egal, es kommt rein auf den Empfänger an. Pech gehabt lustiger alter (toter) Mann. Also hat sich (for the sake of argument) die einst ganz pferdähnlich gewachsene Giraffe gesagt „Scheiße nochmal, entweder ich verhungere, oder ich lass mir nen langen Hals wachsen.“.

Gesagt – getan – vererbt (zu letzterem später mehr).

Zusätzliche Beine wachsen lassen geschieht bei der Spezies Mensch interessanter Weise fast immer in Rück- oder Bauchlage. Also wenn wir mit unseren ein oder zwei Beinen mal so richtig schön auf die Fresse gefallen sind. Jobverlust, Partnerverlust – die beiden klassischen „Du, das wird schon wieder, lass den Kopf nicht hängen!“ Schauplätze in der planetaren Kloschlange. Hier spaltet sich dann plötzlich die Welt in zwei Lager: die „Losaufstehens“ und „Wiesohingefallens“. (Anmerkung für den interessierten Humangenetiker: der Wechsel zwischen diesen zwei Arten geschieht teils völlig spontan, durch Kollektivdruck ausgelöst oder durch unerklärliche emotionale Mutation.)

An dieser Stelle kann es zu der Entwicklung eines weiteren Beines kommen. Oder zur Entdeckung eines lediglich unterentwickelten Beines. Diese Beine sind hochgradig individuell, aber (Erinnerung: Entelechie) sie gehören auch unbedingt zu der vollständigen Entfaltung des Subjektes. Menschwerdung quasi. Zumindest wenn Mensch nicht so banal wie weiter oben definiert wird. Und dann werfe ich auch mal wieder den Eudaimonia-Stein durchs Glashaus und behaupte:

glückliches Individuum -> glückliches Beziehungswesen -> glückliche Gemeinschaft.

Ein bisschen Rückfluss gibt’s in dem System, aber ich behaupte ganz klar: nur so rum wird ein Schuh draus. Mit Fuß drin und Bein dran und somit verbessertem Unfall- und Umfallschutz des daran befestigten Geistes.

Immer noch sehr nebulös von der steinernen Kanzel geschwafelt, ich weiß. Aber es ist nun mal ein one-man-job mit der Beinentwicklung.

Aber zumindest etwas Hilfestellung zur Ablenkung: Job/Arbeit/Beschäftigung? Yepp.

Lasse ich als Bein gelten.

Beziehung/Partnerschaft? Auf jeden Fall noch ein Bein.

Wie geht’s weiter?

Nun, die ersten beiden Beine haben beide dasselbe Problem: sie existieren nur in Abhängigkeit anderer! Ich würde also als ersten Ansatz nach einem „Privat-Bein“ – banal: ein Hobby – suchen. Eine Tätigkeit, die einen ganz alleine erfüllt. Mit der man sich selbst Ausdruck verleiht. Die einen „Output“ darstellt. In meiner Erfahrung ist das ein Bein, dass einem – wenn die anderen beiden mal weggetreten werden – sprichwörtlich den Arsch rettet. Und was das ist, kann und muss jeder für sich herausfinden. Meistens sind es Sachen die sehr ähnlich zu Sachen sind, die einem irgendwann schon mal begeistert haben.

Ich glaube hier, dass in Kindheit und Jugend die Skizzen erstellt werden, die man als Erwachsener dann irgendwann lesen und umsetzen lernen muss.

Ich fand als Kind Bruce Lee Filme geil – heute kann ich mich in Krisenzeiten auf die mir eigene Sinngebung durch Kampfkunst stützen. Das beruhigt mich und macht meinen Kopf wieder klar für die anderen beiden Beine. Oder Musik. Oder Schreiben. Oder was auch immer: findet es heraus. Spätestens nach dem nächsten Stolpern!

Im Laufe des Lebens kommen sowieso immer weitere Beine hinzu, bzw. die möglichen Beine gewinnen immer mehr an Bedeutung: gute Freunde die nicht bei der ersten Krise weg sind, Gesundheit, Träume für das Leben nach der Berufstätigkeit oder auch Überreste aus Vor-Partnerschaftlichen-Zeiten.

Stichwort Partnerschaft: während es nicht nur als Spiel für den Kindergeburtstag lustig ist, sein Bein mit dem eines anderen zusammen zu binden, sondern ganz allgemein bei größeren gemeinsamen Projekten sich immer gewisse Verwachsungen ergeben, so sollte auch hier gelegentlich das betroffene Bein (oder die betroffenen Beine) mal gestreckt und durchbewegt werden, damit es auch seinen vollen Funktionsumfang behält. Durch die Verbindung zweier Beine soll ja tatsächlich eine Stärkung entstehen und nicht langfristig eine Halbierung, die nicht mehr alleine lebensfähig ist. Sonst sind wir wieder zwei oder mehr Beine zurückgefallen wenn es dann doch mal endet.

Aber ist es denn nicht trotzdem viel einfacher, seine vorhandenen Beine mit denen anderer zusammen zu werfen?

Natürlich, aber nur wenn jeder von sich aus genügend Beine hat um nicht unter ein gewisses Stabilitätsniveau zu fallen. Viele gehen diesen Weg von vorneherein und beziehen all ihren Halt von außen durch ihr Kollektiv. Sie leben nur durch Sinngebung über andere, entscheiden nur durch Meinung andere, bewegen sich nur auf oder unter anderen.  Wenn wir nun aber eines aus dem Film „The Human Centipede“ gelernt haben (neben der Tatsache, dass deutsche Wissenschaftler grundsätzlich verrückt sind – zum Glück bin ich nur Geisteswissenschaftler geworden), dann folgendes:

Wer nicht selbständig zum Vielfüßler werden kann, frisst früher oder später die Scheiße von anderen, oder lässt andere die eigene Scheiße fressen!

Und das ist laut DSM-IV eine recht seltene Sexualstörung aber kein tragfähiges Gesellschaftskonstrukt.

Dann doch lieber eine Gesellschaft, wo jeder auch alleine glücklich sein kann, aber beschließt dies an ein oder anderer Stelle zu teilen bzw. Kräfte zu bündeln.

Nun haben wir da aber scheinbar seit vielen tausend Jahren ein Problem oder ich bin einfach nur ungeduldig. Naja… ein nihilistischer Blick auf das Zeitgeschehen würde zumindest nahelegen, dass wir wahrscheinlich in absehbarer Zeit relativ global auf die Fresse fallen und es zu einer wünschenswerten spontanen Bein-Multiplikation kommen könnte. Aber darauf will ich nicht warten.

Weiter oben ging es ja schon um Vererbung. Kann diese Vielbeinigkeit nicht erfolgreich gezüchtet und vermehrt werden? Oh… 5€ in die Wissenschaftsethik-Kasse. Ok. Aber wenigstens die eigenen Erkenntnisse können tradiert werden, oder?

Aber ja!  Das Potenzial (again: entelechie) kommt nach Aristoteles ja sowieso immer im Bundle. Aber der Weg zur Entfaltung – tja: vielleicht kann dieser beschleunigt werden. Eltern mit Zwillingen von denen einer als Kontrollkind im Keller gehalten wird können jetzt vielleicht wissend nicken, der Rest kann einfach nur sein Bestes versuchen. Eine Strategie die sicher nicht gänzlich schadhaft ist, wäre es nicht nur davon zu sprechen, dass man sich erstmal „ein Standbein aufbauen muss“, sondern frühzeitig das Verständnis zu schüren, dass das Leben immer mindestens zwei Nummern vielschichtiger ist als man denkt und als einem die berühmten anderen immer sagen.

Und wer schon angefangen hat mit der Beinentwicklung, der hat natürlich die Verpflichtung seinen Freunden auf dem selben Weg zu helfen. Manchmal kann auch ein Arschtritt ganz hilfreich sein. So wie mir meine Freunde gerade in den Arsch getreten haben, damit ich diesen viel zu langen aber immerhin ersten Blogpost seit Jahren schreibe.

Challenge accepted. Verkümmertes Bein gewässert und in die Sonne gestellt.

Mitgepöbelt zum Thema Urheberrecht

Ja! Mein Blog wird sträflich vernachlässigt – wer seine Kreativität zum Beruf macht, findet manchmal zu wenig Zeit für seine Kreativität…
…was auch die Überleitung zu diesem „Artikel“ darstellt, welcher spontan im ADS-Blog Facebook entstanden ist, nun aber auf Anregung dort auch hier veröffentlicht werden soll. Nicht ganz meine typische Artikel-Schreibweise, sondern eher ein Selbst-Zitat meines Kommentars, aber lest selbst.

Ausgang ist dieser Link zum Thema Urheberrecht, ACTA und Co, welcher bei Facebook unter dem Titel „Wahre Worte“ gepostet wurde:
Sven Regeners Wut-Rede

Mein Kommentar:
>>Mh, nicht das nicht ein paar „wahre Worte“ dazwischen wären, aber ein „Künstler“ der sich als jemand darstellt, der scheinbar mehr auf seine Albenverkaufszahlen schielt, als in das glückliche Gesicht seiner Zuschauer (vs. der von ihm belächelte Straßenmusiker); der sich ja super im Business auskennt, aber irgendwo durchblitzen lässt, dass er sich die Zeiten vor 2000 zurückwünscht (wo er scheinbar stehen geblieben ist); der Menschen die zu seinen Konzerten gehen, aber seine Musik (aus welchen Gründen auch immer – vielleicht ist er ein schlechter Studio- aber großartiger Live-Musiker) nur geklaut haben als assozial beschimpft…..
….nun: der motiviert mich noch nicht mal dazu mir den Namen seiner Band zu merken oder in deren Musik reinzuhören!
Die heutigen Zeiten erfordern Kreativität von Künstlern, oder eben Bereitschaft zum Seelenverkauf an den Big-$$-Mainstream oder eben alles (nur) für die Musik zu tun. Auf der einen Seite ein „Schweine-Youtube-will-keine-10cent-pro-Klick-bezahlen“, auf der anderen Seite „Yeah-geil-wir-haben-seit-dem-Konzert-gestern-500-neue-Klicks“?!? Diese schrecklichen Zeiten erfordern Kreativität und Weitblick bei der Selbst-Vermarktung, belohnen aber mit einem Künstler-Musik-Zuhörer-Kontakt wie er seit der Hippie-Bewegung eigentlich nicht mehr existiert hat. Früher waren die Dead-heads halt im Bus mit The Grateful Dead unterwegs, heute kann der geschickte und kreative Künstler tausende Fans in seinen digitalen Tourbus einladen: dank Twitter, Facebook, Soundcloud, Youtube…. und eben auch Piratebay und Co. Wer mein Album klaut geht vielleicht zu meinem Konzert, erzählt potenziellen neuen Fans von meiner Musik oder kauft mein nächstes Album oder ein T-Shirt, oder oder oder… (vielleicht klaut er es auch nur, weil ich ihm nicht die richtige Kauf-Möglichkeit angeboten habe?!)
…wer sagt „nicht-ich-uncool-sondern-du“ und nur auf die Label-Politik des letzten Jahrtausends setzt – notfalls mit der Gewalt der ACTA&Co-Überwachung: der wird von oben vom $$-Mainstream und von unten von kreativen neuen Künstlern aufgefressen und dann vielleicht wieder Straßenmusiker… achnee, die sind ja keine Künstler..

Das Gras am anderen Ufer ist…. khakifarbener?!

Schornsteinfeger in Flecktarn

Als passionierter Freund der schwarzen Gewandung kam es heute zu einem Gespräch über Berufsbekleidung mit meinem Schornsteinfeger: es stellte sich heraus, dass dieser in höchsten Maße genervt ist von dem „ist einfach so“ der traditionellen Kleidungsfarbe seines Berufsstandes. (mehr …)

Gefällt mir nicht mehr…

Welcher Szene wir zugehören und wie „aktiv“ wir sind wird in Like-Buttons gemessen. Per Facebook-Design sind alle grundsätzlich „dafür“ oder gerade nicht vorhanden – niemals aber dagegen. Hier wird nicht nicht-gemocht, keinem Mustermann gefällt das nicht, keine Musterfrau empfiehlt mir auch dagegen zu sein.

Spätestens seit mir Facebook vor fast einem Jahr eine Mail ausgeliefert hat, in der auf Grund der Zeichenbegrenzung wörtlich stand, dass es meinem ehemaligen Politiklehrer gefällt, dass während des Holocaust 6 Millionen Juden von den Nazis ermordet worden sind, und er mir vorschlägt das auch „zu liken“, betrachte ich Facebook als eine Zeitraffer-Aufnahme einer Welt der Highspeed-Live-Berichterstattung in der dem überforderten Individuum nur noch der Ausweg des blinden Pseudo-Aktivismus verbleibt. (mehr …)

Welle of change

Ägypten, Libyen, Japan – es scheint als würde dieser Planet aus einem Schlummer-Zustand erwachen, als würden seine Bewohner plötzlich aus einem Rausch gerissen: einem Rausch multimedialer Ablenkungskulte auf der einen Seite, und der Reduktion auf den bloßen Überlebenskampf um Reis und Bildung auf der anderen Seite. Während ein Teil der Erdbewohner in der stetigen Maximierung seiner Leuchtkraft seine Grenzen zu finden scheint, sucht ein anderer Teil nach scharfen Gegenständen um die Fesseln global profitabler Ausbeuter-Regierungen zu durchtrennen. Börsenkurse und Diktatoren stürzen wie Gebäude unter dem Druck der flüssigen Lebenskraft unserer Mutter Erde. Was bringt die Zukunft? (mehr …)

Endlich wieder zurück….

Da ich in den letzten Monaten eine freiberufliche Tätigkeit aufgenommen habe, musste Stein 2.0 leider eine Winterpause einlegen. Doch mit dem Frühling erwacht auch dieses Projekt wieder und ich habe endlich wieder die Zeit geschaffen, hin und wieder hier ein paar meiner Gedanken zu veröffentlichen.

Ich danke allen, die Stein 2.0 in der Zwischenzeit nicht vergessen haben und besonders denjenigen, die mich in der Zwischenzeit immer wieder dazu animiert haben, endlich weiterzuschreiben.

Mir hat Stein 2.0 gefehlt, und ich kann nur jedem raten, immer solange an seinen Arbeitsbedingungen zu feilen, bis dem Kreativen in der Freizeit genügend Raum und Kraft bleibt!

„Polemisches Portrait paradoxer Politik“ – pitteschön!

Sarrazin bringt eine Diskussion ins Rollen, die schon längst vorhanden ist – dass er sie nur kapitalisiert? Nebensächlich! Der eine Politiker möchte gerne eine Zuwanderer-Vorauswahl im Sinne der Nützlichkeit, der andere möchte, dass „die Extremen“ doch bitte möglichst fernbleiben und der dritte erklärt freimütig, dass der Islam zu Deutschland gehört, als wäre diese Glaubensgemeinschaft so etwas wie Ameisen bei einem Picknick, die halt auch „dazugehören“. Hauptsache diese Anderen integrieren sich gefälligst mal irgendwie! (mehr …)

(Gesellschaft im) KREISVERKEHR (im Kopf)

Gestern, während die meisten ihren Samstag mit Fußball, Party oder einem gemütlichen Abend mit den Lieben genossen haben, gab es auch viele Menschen, denen diese Art Lebensfreude verwehrt ist. An diese Menschen sollten wir alle gestern mit dem „Welt-Depressions-Tag“ erinnert werden.

Auch der Fußball Spielplan des gestrigen Samstages sollte an einen Menschen erinnert haben, der den Kampf gegen diese Krankheit verloren hat. Dieser Mensch hätte gestern für seine Fans im Tor stehen und danach zu seiner Familie zurückkehren können. Allein in Deutschland  sind genügend Menschen dauerhaft oder phasenweise von einer Depression betroffen, dass JEDER von uns damit in Berührung gekommen sein sollte. Dennoch besteht das Problem darüber zu reden, die Gefahr nicht rechtzeitig adäquate Hilfe in Anspruch zu nehmen.

"Ohne Titel" von J. Sophia Sanner

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Ängste? Gerne, aber nur wenn sie auch diffus sind!

Sicherlich hat jeder von dem Amoklauf in Lörrach gehört. Sicherlich wird dem ein oder anderen aufgefallen sein, dass das einzige medial berücksichtigte Bindeglied zwischen diesem und den letzten Amokläufen in Deutschland die Benutzung von Schusswaffen darstellt. Natürlich wurde in diesem Zusammenhang der nach Winnenden laut gewordene Ruf nach schärferen Waffengesetzen aktualisiert (der Vater des damaligen Täters steht ja erst seit wenigen Tagen vor Gericht).

Allerdings wurde dieser auch sofort abgeschmettert: die Gesetze sind hart genug UND eine weitere Verschärfung dieser Gesetze wird keine weiteren Vorfälle dieser Art verhindern!

Interessant! Während hier die Frage erlaubt sein muss, warum die Verfügbarkeit von Spielen für Erwachsene für eben diese Zielgruppe weiter eingeschränkt werden musste (und entsprechende Forderungen nach Verboten und sogar Bestrafung der Hersteller längst nicht versiegt sind), obwohl auch für das Jugendschutzgesetz im Bezug auf Medien gilt: die Gesetze sind hart genug, eine weitere Verschärfung wird keine weiteren Taten verhindern. (mehr …)

Blinde Männer und Elefanten – Nachdenkliches zum 11. September

Kaum jemandem auf unserem Planeten wird die seit 2001 veränderte Bedeutung des heutigen Tages entgangen sein.

Auch heute wieder prägt ein ganzer Korb voller verschiedener Diskussionen die Medien und das Denken der Menschen.

Weit oben stehen hier Koran-Verbrennung, Angst vor neuen Anschlägen, Verschwörungstheorien, der umstrittene Bau einer Moschee, die Bedeutung des Islam, die Bedeutung des Christentums, etc.

Ich musste an eine alte Geschichte denken – das genaue Alter ist nicht bekannt, aber die Geschichte existiert seit hunderten, wenn nicht gar tausenden von Jahren und wird immernoch in verschiedenen Formen erzählt. Es geht um ein paar Blinde, die nur durch tasten einen Elefanten beschreiben sollen. Jeder der Männer betastet einen Teil des Elefanten und bildet sich eine Meinung. Daraufhin entsteht ein großer Streit, da jeder der Männer überzeugt ist im Recht zu sein, obwohl er nur einen Teil dieses großen Wesens erfassen konnte. (mehr …)

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